Tipps für Ausflüge in Baden-Württemberg

Ihr wohnt in Baden-Württemberg und habt Lust, mal wieder etwas Neues zu entdecken? Oder macht Urlaub im schönen Ländle? Ich habe euch ein paar Tipps zusammengestellt, die auf jeden Fall eine Unternehmung wert sind und vielleicht auch für ein paar eingefleischte Schwaben neu sind.


Die Neckarschleife

Die Saarschleife kennt vermutlich jeder – die Neckarschleife ist dagegen eher unbekannt, kann jedoch fast mit ihrem großen Vorbild mithalten. Sie befindet sich zwischen Hessigheim und Mundelsheim und zu dem Aussichtspunkt lässt es sich wunderschön durch die Weinberge wandern. Und im Gegensatz zur Saarschleife hat man den Ausblick manchmal ganz für sich alleine.

Die Neckarschleife

Fotojagd auf Alpakas

Alpakas sind inzwischen fast so etwas wie ein neuer Trend und überall zu finden. Die süßen Tiere sind aber auch zu putzig! Auf der Alpakafarm Schaber kann man beispielsweise gegen ein kleines Entgelt die Alpakas im Stall oder bei schönem Wetter auf der Wiese beobachten. Gestreichelt werden die Tiere aber leider eher weniger gern und schauen einen schon mal gerne böse an… Wer auch so gerne nascht wie ich, kann sich im Anschluss auch noch einen Abstecher zum Rittersport Museum und Shop oder zum Backhaus Veit in Bempflingen überlegen, wo es leckere Backware vom Vortag zum reduzierten Preis gibt.

Alpakas – frisch geschert

Der schönste Berg Baden-Württembergs…

…ist meiner Meinung nach die Limburg. Neben Weilheim Teck gelegen bietet der fast 600m hohe Berg die schönsten Blicke auf die Burg Teck, die Schwäbische Alb und die umliegenden Städte. Das Beste daran: Der Aufstieg ist auch für Ungeübte gut machbar, und wen es gar nicht aufwärts zieht, kann auch einfach den Lehrpfad rund um die Limburg begehen. Am schönsten ist der Weg zur Kirschblütenzeit im Frühling, wenn sich die Bäume in strahlendes Weiß kleiden. Und nachdem man sich die Füße vertreten hat, geht es am besten noch ins Städtchen Weilheim, um ein Eis zu schlotzen und die Füße in die Lindach hängen zu lassen.

Blick von der Limburg

Kein Geheimtipp: Der Uracher Wasserfall

Dennoch darf er meiner Meinung nach nicht in dieser Aufzählung fehlen, wird er doch regelmäßig zu einer der Top Ausflugsziele Deutschlands gekürt. Am besten startet man vom Wanderparkplatz oder von dem Parkplatz gegenüber des Ristorante La Cascata und läuft dann entlang des Brühlbachs zum Fuße des Wasserfalls. Dort lässt es sich hervorragend die Füße ins Wasser tauchen. Anschließend kann man direkt neben den Wasserfällen hoch bis zum Beginn laufen.

Immer den Wasserfall entlang…

Oben angekommen wartet dann auch eine schöne Ebene mit Bächlein, Moosbett und Brückchen auf die Wanderer. Von einer Brücke kann man beobachten, wie das Wasser in die Tiefe stürzt.

Über dem Wasserfall – im Sommer (noch) schöner

Fortschritt spüren

Wem die Tipps bisher zu naturlastig waren, ist vielleicht in Rottweil besser aufgehoben. Hier befindet sich der Testturm von thyssenkrupp, der futuristisch mitten in der ansonsten beschaulichen Landschaft steht. Getestet werden Aufzüge und mit einem davon geht es in atemberaubender Geschwindigkeit hoch zu der Besucherplattform. Für mich war dabei wirklich mehr die Fahrt das Highlight als der Ausblick, weil es ganz schön schnell zur Sache geht und man währenddessen durch die Glasfront nach außen schaut.

Bereit zur Fahrt?

Die Alpen sind auch nicht weit weg…

Nun gut, dieser Tipp ist eine kleine Mogelpackung. Denn das Ausflugsziel befindet sich gar nicht in Baden-Württemberg, sondern in Österreich. Aber es zeigt meiner Meinung nach dennoch super, in welch guter Lage sich Baden-Württemberg befindet. Denn von fast überall im Ländle lohnt es sich für einen Tagesausflug zum Pfänder, dem Bodenseeberg zu fahren, und dort eine kleine Wanderung zu unternehmen. Auf der einen Seite liegen dann die Berge, auf der anderen der See – wunderschön! Und der Bodensee ist für einen anschließenden Zwischenstopp natürlich auch nicht zu verachten – und liegt sogar wirklich in Baden-Württemberg.

Alpenpanorama vom Feinsten

Ich finde, Baden-Württemberg ist unglaublich vielseitig und hat neben den schönen Naturlandschaften natürlich auch noch aufregende Städte zu bieten – wie beispielsweise Stuttgart, Tübingen, Ulm, Heidelberg, Freiburg oder die Städte am Bodensee. Aber vor allem gibt es immer wieder kleine Schätze zu entdecken und auf meiner Ausflugsliste stehen noch einige To-Dos. Vielleicht folgt also bald ein zweiter Teil…

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Städtetrip nach Frankfurt bei Schmuddelwetter

Im grauen Winter gehen mir manchmal die Ausflugsideen aus. Vor allem schöne Ziele in der Natur spare ich mir dann lieber für den Frühling oder Sommer auf. Und ins Kino oder in die Therme zu gehen wird dann auch irgendwann langweilig. Doch ich finde, dass ein Städtetrip eigentlich bei jedem Wetter geht. Denn eigentlich gibt es in jeder größeren Stadt etwas zu sehen und entdecken. Frankfurt hatte ich zwar nie besonders auf dem Schirm gehabt, doch es hat sich für uns wegen seiner guten Lage und Erreichbarkeit gut für einen Kurztrip angeboten. Während die meisten also nur nach Frankfurt reisen, um der Stadt schnellstmöglich mit dem Flieger den Rücken zu kehren, verbrachten mein Freund und ich ein ganzes Wochenende dort und hatten auch bei grauen und regnerischem Schmuddelwetter eine schöne Zeit.

Der Main Tower

Highlight ist natürlich der Wolkenkratzer Main Tower mit seiner Aussichtsplattform. Und auch wenn er die Touri-Attraktion schlechthin ist, und das Gedränge dementsprechend nervig ist, lohnt es sich auf jeden Fall. Denn der atemberaubende Blick auf die Hochhäuser versetzte mich gedanklich zurück nach New York – so einen Großstadtblick bekommt man in Deutschland definitiv nur in Frankfurt. Empfehlenswert ist vor allem die Zeit des Sonnenuntergangs: Dann lässt es sich erleben, wie die Häuser erst in goldenes Licht getaucht werden, dann blau schimmern und schließlich im Dunkeln der Nacht zu leuchten beginnen. Interessant ist auch, wie viele Lichter dann noch in den Büros der Unternehmen leuchten und Muster in den Fassaden bilden.

Blick vom Main Tower

Durch die Stadt flanieren

Die schönste Art, eine Stadt zu erkunden, ist wohl das Flanieren. Nachdem wir durch das Bankenviertel geschlendert sind, spazierten wir ziellos durch die Stadt. Obwohl Frankfurt nicht die klassische schöne Stadt ist, entdeckten wir immer wieder tolle Ecken. Das internationale Flair ist nämlich überall spürbar. In vielen Straßen gibt es chinesische Läden, in die es sich lohnt, mal hereinzuschauen. Dazu begegnen einem überall, egal ob in Wort oder Schrift, fremde Sprachen. In der Stadt gibt es zudem natürlich jede Menge Läden und ein großes Einkaufszentrum. Aber auch abseits der Hauptstraßen locken nette Kirchen, süße Cafés und leckere Burgerrestaurants.

Es führt über den Main, eine Brücke aus Stein…

Nächster Punkt unseres Spaziergang war das Mainufer. Hier konnten wir noch einmal den Blick auf die Skyline genießen und Schiffe beobachten. Außerdem wechselten wir einige Male das Ufer, indem wir die zahlreichen Brücken überquerten. Der Eiserne Steig ist wohl die berühmteste davon: Auf der Fußgängerbrücke sind zahlreiche Liebesschlösser angebracht, die für romantische Stimmung sorgen.

Eiserner Steg

Palmengarten

Sobald wir den botanischen Garten betraten, fing es an zu schütten. Doch zum Glück sind ein Großteil der Pflanzen in Gewächshäusern untergebracht, sodass wir die meiste Zeit im Trockenen bleiben konnten. Auch für mich, die eigentlich nicht besonders an Pflanzen interessiert ist, war der Besuch lohnenswert: Die süßen Teiche, Wasserfälle und exotischen Pflanzen waren richtige Hingucker. Bei besserem Wetter lohnt sich der Palmengarten jedoch noch weit mehr, denn auch die Außenanlagen sind schön und liebevoll angelegt. Besonders angetan hat es mir der See, hinter dem sich hinter der Anlage ein paar Hochhäuser gen Himmel recken. Hier hatte ich schon wieder das Gefühl, in einem zweiten New York zu sein, so sehr ähnelte die Szenerie dem Central Park.

Palmengarten

Unter freiem Himmel Schlittschuhlaufen

Draußen Schlittschuh laufen ist einfach viel schöner als in einer Halle. Und wenn es kein See sein kann, muss eben eine andere Lösung her: In der Frankfurter Eissporthalle kann man auf seinen Kufen von drinnen nach draußen fahren und dann auf dem Außenring seine Runden ziehen. Wenn es dann noch schneien statt regnen würde, wäre es natürlich perfekt.

Wem danach nach einer Stärkung ist, geht am besten ins Waffel House, das fast um die Ecke liegt. Hier gibt es neben extravaganten Kombis auch noch die ganz normale Puderzuckerwaffel – sehr lecker!


Mein Fazit aus unserem Kurztrip: Frankfurt wird zwar nicht zu meiner Lieblingsstadt, aber das Wochenende hat Spaß gemacht. Statt mit klassischen Sehenswürdigkeiten überzeugt die Stadt vor allem mit dem internationalen Flair und seinem Klein-New-York-Charme.

Begegnungen

Zwischen U-Bahn-Gelb, Tunnelgrau

und Reklameleuchten,

hetzen sie, schlurfen, halten den Blick gesenkt.

In der U-Bahn dann

auf engstem Raum zusammengepfercht,

Müll am Boden, Shoppingtüten, Aktenkoffer,

Menschen und Gespräche

und Geschichten,

die nie erzählt werden.

Im Fensterglas entweder,

morgens im Dunkeln,

spiegelnd

das eigene Gesicht,

leicht verzerrt.

Doch im hellen Licht

freier Blick auf

die andere Bahn,

langsam ausrollend,

auf dem neben liegenden Gleis.

Dann – beide Gefährte Fenster an Fenster,

nur noch wenige Zentimeter

voneinander getrennt.

Augenpaare treffen sich

für mehrere Sekunden

intensiver Blickkontakt –

nichts zu verlieren,

eingedämmt durch

dickes Glas.

Und weitergezischt.

Nie wieder gesehen

in derselben Stadt.

Einsicht ist kein Weg zur Besserung

Der Geruch von gebrannten Mandeln und Glühwein liegt in der Luft. Die Lichter des Weihnachtsmarkts leuchten. Doch irgendetwas fehlt, damit bei mir weihnachtliche Stimmung aufkommen kann. Der Nieselregen und die warme Luft passen einfach nicht so recht zu meinem Wunschbild der weißen Weihnacht. 

Jedes Jahr verabschiede ich mich mehr von der Vorstellung, an Weihnachten mit Schnee beglückt zu werden.  Wenn es heute schneit, dann meinem Gefühl nach meistens erst im Januar oder Februar. Die milden Winter und die heißen Sommer machen den Klimawandel realer als Schreckenszahlen und angsterregende Prognosen. Korallenriffe und Regenwälder können schon bald zerstört sein, wie der Living Planet Report 2018 des WWFs zeigt. Und in Stuttgart könnte es nach dem Klimadoppel der tagesschau im Jahr 2080 so warm sein wie heute in Bordeaux – wenn die globale Erwärmung unter 2 Grad bleiben sollte. Mit 4,2 Grad Erwärmung wäre es so warm wie heute in Casablanca in Marokko.

Nun gut, mit dem Abschied von der romantischen Vorstellung einer weißen Weihnacht sollte ich leben können. Doch es macht mich traurig, dass meine Kinder wahrscheinlich keinen Schnee mehr in ihrer Heimat erleben werden. Viel schlimmer ist natürlich das gesamte Ausmaß der Klima- und Umweltschäden. Mit „nur“ der Klimaerwärmung würde der Mensch vielleicht noch zurechtkommen. Er ist erfinderisch genug, um sich gegen Naturkatastrophen zu schützen und an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Nicht so die Tier- und Pflanzenwelt, die der Veränderung meistens schutzlos ausgeliefert ist.

Dazu kommt die Verschmutzung der Umwelt: Plastik, Abgase und Rückstände aus Medikamenten verpesten Meere, Luft und Wasser. Das, was wir zum Leben brauchen, wird von kleinsten Partikeln verunreinigt, und wird schließlich wieder in unsere Körper zurückkehren. Welche Auswirkungen das auf uns haben wird, ist noch nicht vorauszusagen. Dazu kommt, das letzte wichtige Teile der Natur, wie Wälder, Schutzräume für bedrohte Tierarten, oder noch intakte Ökosysteme immer weiter vernichtet werden. 

Eine Besserung ist nicht in Sicht. Die Weltbevölkerung steigt rasant. Während sie im Jahr 1950 noch 2,53 Milliarden betrug, sind es heute über 7 Milliarden, Tendenz weiter steigend. Was zum einen bedeutet: Mehr Hunger, Leid und Kampf um die Ressourcen in ärmeren Ländern. In wirtschaftlich besser gestellten Ländern bewirkt eine größere Bevölkerung vor allem eine höhere Nachfrage – die Wirtschaft freut’s. Es muss noch mehr produziert, noch mehr Wohnraum geschaffen und noch mehr Güter von A nach B transportiert werden. Noch mehr Menschen fahren in den Urlaub und noch mehr brauchen einen sicheren Wohnort, wenn ihre Heimat überschwemmt oder vernichtet wird.

Jeder weiß von diesen Problemen. Inzwischen sind sie allgegenwärtig. Und ein Bewusstsein für ein Problem zu schaffen, ist immer der erste Schritt, um es zu bekämpfen. Aber was, wenn dieses Wissen hingenommen wird? Wenn jeder das Gefühl hat, ohnehin nichts ändern zu können? Wenn der Einzelne machtlos ist, so der ursprüngliche Gedanke hinter einer Staatenbildung, greift der Staat ein, der das Wohl aller Bürger im Blick zu haben. Doch auch die Politik bewegt sich nicht, und wenn, nur in quälend langsamen Schritten. Natürlich ist eine Demokratie immer ein langwieriger Prozess, denn bei unterschiedlichen Meinungen müssen Konflikte und Lösungen ausgehandelt werden. Zudem wollen viele Menschen etwas tun, aber wenn die Regierung sie tatsächlich beschränken würde (beispielsweise durch eine sehr hohe Kerosinsteuer), stünden viele dann wohl doch auf den Barrikaden und würden lieber eine andere Partei wählen, die ihnen keine Kosten aufzwingt.

Vielleicht sollte also doch jeder einfach bei sich selbst anfangen und freiwillig auf den nächsten Langstreckenflug verzichten? Aber warum, wenn doch sonst niemand verzichtet und jeder einen neuen Instagram-Urlaubsschnappschuss postet? Was bewirkt dann schon ein einziger leerer Platz im Flugzeug? Statt etwas Bedrohtes zu schützen, wollen es lieber alle noch einmal richtig auskosten, bevor es endgültig zerstört ist. 

Doch es stimmt nicht, dass wir so machtlos sind. Wir könnten viel lauter sein, viel mehr demonstrieren, boykottieren. Zusammen.  Nie war es leichter als heute, sich weltweit zu organisieren. Wenn der Schnappschuss eines Promis 3 Millionen Menschen erreichen kann, ist das nicht auch für wichtige Themen möglich? Wenn gefühlt die ganze Internetgemeinschaft über die Farbe eines Kleids diskutieren kann, kann sie es dann nicht auch über unsere Zukunft? Wir könnten etwas ins Rollen bringen. Letztendlich muss jedoch eine übergreifende Instanz handeln. Es müssen neue internationale Standards geschaffen werden, zum Schutz von den Weltmeeren und einzigartigen Naturräumen. Es muss gemeinsam investiert und geforscht werden, um Alternativen zu Plastik und Öl zu schaffen. Es muss Grenzen für Unternehmen geben, damit sie endlich Verantwortung übernehmen. Und es müssen Mittel gefunden werden, das Bevölkerungswachstum zu stoppen, um der Erde eine Möglichkeit zu geben, dem Menschen weiterhin auf Dauer eine Heimat zu geben.

Ich hoffe, dass wir es schaffen, Probleme endlich anzugehen, statt uns ihrer nur noch bewusst zu sein. Denn wenn mein Kind mich eines Tages, wenn unsere Lebensweise ihren Tribut fordert, fragt „Ihr habt es doch gewusst, warum habt ihr nichts getan?“, werde ich sonst nicht wissen, was ich antworten soll.

Tipps für Sonne, Strand und Meer auf Fuerteventura

Fuerteventura war Liebe auf den ersten Blick. Schon vom Flieger aus verliebte ich mich in das türkisblaue Wasser und die endlosen Strände. Nun gut, ich war noch nie in der Karibik oder auf den Malediven, aber die Strände Fuerteventuras gehören zu den schönsten, die ich je gesehen habe. Die zahlreichen traumhaften Strandbilder im Internet lügen nicht – die Realität ist noch tausendmal schöner.

Was die Strände so toll macht? Das klare, türkise Wasser, das kaum Wellen wirft, der weiße Sand, die endlos breiten Strände, an denen es sich stundenlang spazieren lässt und die abends einladen, mutterseelenallein mit einen Sprung in die Fluten zu stürzen. Noch eine Besonderheit: Die Formationen, die entstehen, wenn das Meer zwischen Ebbe und Flut wechselt – an unserem Strand entstand bei Flut eine wunderschöne Lagune.


Strand, Strand, Strand

Selbst Menschen wie ich, die es normalerweise nicht allzu lange aushalten, den ganzen Tag am Strand zu faulenzen, merken auf Fuerteventura: Hier muss man sich die Zeit dafür einfach nehmen. Und es wird nicht langweilig. Spazieren, tauchen, schwimmen, Ball spielen, Sandburgen bauen, einfach die Natur genießen, lesen, sich im Stand-Up-Paddling versuchen, Sonnenauf- oder untergänge genießen, Fotos machen – das kann schon ein paar Tage dauern, vor allem wenn man jeden Tag aufs Neue von der Schönheit der Natur fasziniert ist.

Ich gerate auch mal schnell in Panik, wenn ich nicht alles schaffe, was ich mir für einen Urlaub vorgenommen habe, und hier war Fuerteventura einfach Balsam für die Seele. Denn auf der Insel sind wirklich die Strände die Hauptattraktion und ihr verpasst nichts, wenn ihr das einfach genießt. Der Rest meiner Tipps sind ein paar Schmankerl, wenn euch doch mal langweilig werden sollte, aber wenn ihr Lust habt, nur Strand und Meer zu genießen: Nur zu! Das geht auf den Kanaren nirgends besser als auf Fuerte!


Und wohin nun für das beste Strandfeeling? 

Hier kann ich auf jeden Fall die Halbinsel Jandía empfehlen. Während auf der Westseite der Halbinsel raue Naturstrände mit wildem Wellengang zu Spaziergängen einladen, bietet die Ostseite von Costa Calma bis Morro Jable einen Traumstrand nach dem anderen. Sucht euch einfach euer Plätzchen aus! Vor allem der Playa Barca, die den Anfang der Traumstrände direkt nach dem Ort Costa Calma markiert, solltet ihr einen Besuch abstatten. Werft einen Blick in den Gezeitenkalender und beobachtet, wie sich bei steigender Flut eine Lagune bildet.

Zudem wird ja oft noch von den Dünen und Stränden von Corralejo geschwärmt, doch bei unserem Besuch dort fielen uns die Strände vor allem durch die vielen Algen auf. 

Playa Sotavento auf Fuerteventura

Ort mit Charme

Falls euch nach ein bisschen flanieren oder einem Essen in stimmungsvollem Ambiente ist, kann ich euch Morro Jable empfehlen. In dem alten Fischerort lässt es sich hervorragend in einem der Restaurants mit Blick aufs Meer den Abend ausklingen lassen. Zudem gibt es eine Schildkrötenaufzucht-Station, die jedoch bei unserem Ausflug leider nicht geöffnet hatte.


Der schönste Sternenhimmel

Wie beinahe alle kanarischen Inseln überzeugt auch Fuerte dank der klaren Luft, der geringen Lichtverschmutzung und der besonderen Lage mit einem atemberaubenden Sternenhimmel. Um diesen zu beobachten, gibt es extra Aussichtspunkte, wie beispielsweise den Mirador astronómico de Sicasumbre. Dort fühlt man sich fernab der Zivilisation und kann in mondlosen Nächten nicht mehr die eigene Hand vor den Augen erkennen. Dafür sieht man die Milchstraße überdeutlich und kann sich in den Tausenden Sternen verlieren. Achtet vor eurem nächtlichen Ausflug auf die Wolkenbedeckung und auf die Mondphasen, um das Beste rauszuholen!

Mitten im Nirgendwo am Mirador astronómico de Sicasumbre bei Tag

Die Landschaft genießen

Um Fuerteventura zu erkunden, reicht es, sich einfach mal ins Auto zu setzen und in die einsame Landschaft drauf loszufahren. Mit den sanften Hügeln, den Landschaften aus Sand, Geröll und Stein und den vielen verschlafenen Dörfern wirkt die Insel bis auf einige Küstenorte überhaupt nicht touristisch, sondern eher ziemlich einsam. 

Wenn ihr noch mehr Inspiration für euren Urlaub auf den Kanaren sucht, werft doch noch einen Blick in meine Beiträge über La Palma und Teneriffa! Um die ganze Vielfalt der Inselgruppe im Atlantik kennenzulernen, würde ich euch generell zum Inselhopping auf den Kanaren raten.

Reisetipps und Erfahrungsbericht für Teneriffa

Die zweite Station unseres Kanaren-Inselhoppings war Teneriffa. Die Insel wird als vielfältig gepriesen, als Insel für diejenigen, die sich nicht entscheiden können und alles haben wollen: Trubel und Einsamkeit, Strände und Gebirge, Städte und Landschaften. Tatsächlich findet ihr alles davon auf Teneriffa. Für mich war die Insel aber irgendwie nicht greifbar, sie war alles ein bisschen, aber nichts so wirklich.  Zudem wirkt die Insel wie ein großer Freizeitpark. Entlang der Autobahn werben Schilder für den Loro Parque, den Siam Park und andere Attraktionen. Aber natürlich gibt es auf der Insel auch ruhige Ecken abseits des Trubels.

Der unbestreitbare Vorteil der Insel ist einfach, dass man unglaublich viel unternehmen kann. Wir hatten eine Menge schöne Erlebnisse auf der größten kanarischen Insel, von denen ich euch die Highlights vorstellen möchte.

Whale Watching, oder eher Dolphin Watching

Auf den Kanaren gibt es das ganze Jahr über viele verschiedene Wal- und Delfinarten zu beobachten. Da ich noch nie einen Delfin, geschweige denn einen Wal, in freier Natur gesehen habe, wollte ich mir das nicht entgehen lassen. Wichtig war mir dabei, dass die Wale von den Touri-Booten nicht bedrängt werden. Bei meiner Recherche fand ich heraus, dass Betreiber des sanften Whalewatchings die „blue boat“ Flagge verliehen bekommen. Als wir in Costa Adeje nach einem geeigneten Anbieter suchten und den Hafen entlang schlenderten, sprach uns sofort ein Whale Watching Betreiber an. Auf meine Nachfrage, ob der Veranstalter das „Blue Boat“-Siegel hätte, bejahte er eifrig und zeigte mir auf seinem Flyer das Logo.  Nachdem wir uns noch erkundigt hatten, mit welcher Wahrscheinlichkeit wir einen Wal oder Delfin zu Gesicht bekommen würden, versicherte er uns: „99,99%“! An seiner Aussage zweifelnd, aber wenigstens mit einem guten Gewissen zahlten wir die 20 Euro pro Person und begaben uns zum Boot, auf dem jeder Gast einen guten Sitzplatz fand.

„Pilot Whales in front of us!“

Wenig später stießen wir auf See und hielten fleißig Ausschau nach den Rückenflossen. Lange Zeit war leider überhaupt nichts in Sicht und wir sahen uns schon ein ernstes Gespräch mit dem 99,99%-Werbemann führen. Doch dann rief der Kapitän: „Pilot Whales!“ Und tatsächlich: Bestimmt zehn delfinähnliche Wesen tauchten vor uns auf und ab. Wie wir später herausfanden, sind die Pilotwale bzw Grindwale „nur“ Delfine, doch es war trotzdem ein einzigartiges Erlebnis – wenn ich im Nachhinein auch ein wenig bezweifele, ob die „Blue Boat“-Flagge ihren Zweck erfüllt. Denn das Boot wurde zwar langsamer, als wir uns den Tieren näherten, doch, wie ich es als Laie beurteilen kann, wurde der Motor nicht ausgeschaltet. Dabei ist das Abstellen des Motors eigentlich Pflicht, um die Meeressäuger nicht zu stören. Dadurch kamen wir den Tieren so nahe, dass sie beinahe unter dem Boot verschwanden – ich hatte schon Angst, dass sie sich am Boot oder dem Motor verletzen würden. Inwiefern diese Angst berechtigt ist, kann ich nicht sagen. Doch insgesamt hinterließ das Whale Watching bei mir eher ein ungutes Gefühl, und ich glaube, dass  der Kapitän sich trotz des „Blue Boat“-Siegels nicht so ganz an die Richtlinien hielt.

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Grindwalmutter mit ihrem Jungen zwischen Teneriffa und La Gomera

Nationalpark Teide

Der Teide ist wohl das beliebteste Ausflugsziel auf Teneriffa und stand natürlich auch bei uns auf dem Programm. Wie die meisten Leute wollten wir mit der Seilbahn hoch hinaus und fuhren um etwa elf Uhr von Puerto de la Cruz hoch in den Nationalpark. Die Landschaft beeindruckte schon auf dem Weg durch ihren wüstenartigen Charakter. Doch die Freude verging uns schlagartig, als wir uns dem Parkplatz der Seilbahn näherten. Wir hatten nicht geahnt, dass die Parkplatzsuche einer Reise nach Jerusalem glich: Zig Autos lauerten auf einen frei werdenden Parkplatz. Als wir endlich eine Stunde später einen fanden, lagen die Nerven blank. Mit Unmengen anderer Touristen trotteten wir den kleinen Berg zur Seilbahnstation herauf. Doch es stellte sich heraus, dass wir noch unvorbereiteter an die Sache herangegangen waren, als gedacht. Als wir uns für ein Seilbahnticket anstellten, teilte uns eine Anzeige mit, dass die nächste freie Fahrt erst um 15:30 Uhr verfügbar wäre. Was bedeuten würde, über drei Stunden auf die Fahrt zu warten. Der stolze Ticketpreis von knapp 30 Euro pro Person gab für uns den Ausschlag, auf den Teide zu verzichten und stattdessen  einfach so eine kleine Runde im Nationalpark zu drehen, was auch sehr schön war.

Also: Tickets auf jeden Fall im Vornherein im Internet kaufen und genügend Zeit für die Parkplatzsuche einplanen, dann klappt das Vorhaben bestimmt! Wir haben den Teide mal auf den nächsten Besuch aufgeschoben.

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Nationalpark Teide

Anaga-Gebirge

Im Nordosten Teneriffas befindet sich das Anaga-Gebirge. Hier warten kurvige Straßen, grüne Wälder, Nebelschwaden und Einsamkeit auf euch. Alleine schon durch das Gebirge fahren, ist ein Erlebnis für sich – auch wenn es für den Fahrer auf Dauer ein wenig anstrengend werden kann. Die Wolken, die sich im Gebirge verhängen, bewegen sich blitzschnell und bieten immer wieder unglaubliche Schauspiele, die sich kaum auf einem Foto einfangen lassen.

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Wolken im Anaga-Gebirge

Natürlich wollten wir auch zu Fuß die Wälder kennenlernen. Nach den wanderintensiven Tagen auf La Palma hatten wir jedoch nur auf eine kleine Runde Lust. Wenn es euch ähnlich geht, habe ich den perfekten Tipp für euch: Ab dem Besucherzentrum bzw ab dem Mirador Cruz del Carmen geht der „Sendero de los Sentidos“, ein Sinnespfad, los. Dieser ist in drei Schwierigkeitsstufen gegliedert. Die erste  dauert nur fünf Minuten und ist, da man über Stege läuft, auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl machbar. Wir haben die längste Runde, also Pfad 3 gemacht, die jedoch auch nur 45 Minuten in Anspruch nahm und damit auch eher Spaziergang als Wanderung war. Trotzdem bietet der Rundgang einen schönen Einblick in den Märchenwald.

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Spaziergang durch die Wälder

Playa Benijo

Anschließend ging es für uns noch zum Playa Benijo, der oft als schönster Naturstrand Teneriffas gerühmt wird. Ob es stimmt? Schwer zu sagen. Ist man nicht gerade im Anaga-Gebirge untergebracht, ist der Besuch auf jeden Fall an eine lange und kurvenreiche Anfahrt gebunden. Außerdem herrscht hier hinter den Bergen oft eine düsterere Stimmung, was natürlich auch seinen Reiz hat. Gerade zu den Felsen und den mächtigen Wellen passt es sogar ganz gut. Hier habe ich auf jeden Fall ein paar der schönsten Bilder Teneriffas geschossen. Zum Baden ist der Strand jedoch eher ungeeignet.

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Playa Benijo

Playa de Las Teresitas

Kommen wir zum nächsten Strand, dem Kontrastprogramm zum Playa Benijo. Der angeblich schönste künstliche Strand Teneriffas ist der Playa de Las Teresitas hinter Santa Cruz de Tenerife. Der goldene Sand wurde direkt aus der Sahara eingeschifft und sorgt mit den Palmen und dem klaren Wasser für Urlaubsfeeling. Hier kann ich jedoch kein schönes Bild einfügen, da wir ziemlich schnell wieder weg vom Strand waren. Problem war der peitschende Wind, der uns die ganze Zeit den feinen Sand in die Augen schlug und unsere Habseligkeiten wegwehen wollte. Doch ansonsten wäre der Strand aus meiner Sicht wirklich zu empfehlen. Durch den Wellenbrecher lässt es sich entspannt baden und das Wasser ist schön klar. Nur muss man sich bewusst sein, dass in Sichtweite Tanker ankern. Fazit: Zwar ein schöner Strand, aber dass die karibische Idylle hier nachträglich hereingepflanzt wurde, ist unschwer zu erkennen.

Küstenwanderung ab Puerto de la Cruz

Ein toller kleiner Ausflug, falls ihr in Puerto de la Cruz untergebracht seid. Ab dem Maritim Hotel geht ein Küstenwanderweg ab, der malerisch an der schroffen Atlantikküste entlang führt. Es geht vorbei an Felsformationen und durch kleine Städte.

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Felsformationen bei Puerto de la Cruz

Wir sind bis zu der Industrieruine „Casa Hamilton“ gelaufen, die mitten in der schroffen Landschaft seltsam deplatziert wirkt und mir eine leichte Gänsehaut bescherte. Dem Küstenweg kann man noch bis zum Mirador de San Pedro folgen.

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Casa Hamilton

Lago Martianez

Die Sehenswürdigkeit in Puerto de La Cruz ist eine Art öffentliches Freibad. Doch in den Becken befindet sich kein Chlorwasser, sondern klares Meerwasser. Eine super Alternative, wenn die Wellen an den Stränden zu hoch schlagen. Unser Highlight war neben den schönen Pools die „Wellendusche“, die gerade bei hohen Wellen Spaß macht: Platziert man sich günstig am Geländer der Anlage Richtung Meer, kann man die Naturgewalt beobachten und bekommt bei besonders starken Wellen die ein oder andere Dusche ab – eine schönere Abkühlung wurde mir lange nicht mehr verpasst!

Darauf könnt ihr verzichten

Wir hatten auch ein paar Ausflüge im Programm, die uns letztendlich nicht überzeugen konnten. Dazu gehörten:

-Die Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife hat keine schönen Ecken und ist hauptsächlich laut und dreckig. Urlaubsstimmung kam hier bei uns nicht auf. Auch der botanische Garten „Palmetum“ hat uns nicht aus den Socken gehauen.

-Die Touristenhochburgen im Süden wie Los Cristianos oder Costa Adeje sind wirklich nur lärmende Touristenstädte mit Unmengen an Restaurants und Souvenirläden. Schöner untergebracht ist man in kleineren Städten oder in der Touristenstadt Puerto de la Cruz im Norden. Hier ist alles ein wenig kanarischer und stimmungsvoller.

Darauf haben wir verzichtet

Auf Teneriffa gibt es so viel zu erleben, dass wir gar nicht alles unternehmen konnten, was wir uns vorgenommen hatten. Weitere Ideen für euren Urlaub wären etwa das Dörfchen Masca im Tenogebirge, die Altstadt von La Orotava oder die Mondlandschaft „Paisaje Lunar“.

Gegen eine Sehenswürdigkeit haben wir uns jedoch ganz bewusst entschieden und das war der Loro Parque. Wir haben lange überlegt, ob wir den berühmten Zoo besuchen wollen, vor allem da man wirklich auf der ganzen Insel durchgehend mit Werbung konfrontiert wird. Doch letztendlich entschieden wir uns dagegen, da wir die Orca-Show nicht mit unserem Gewissen vereinbaren konnten.

Falls ihr noch mehr zum Thema lesen wollt, werft gerne noch einen Blick in meine anderen Blogeinträge über La Palma und Fuerteventura.

Oder lasst euch von meinen Tipps fürs Inselhopping auf den Kanaren inspirieren!

Versagensängste und Leistungsdruck

Ich war schon früher ein sensibles Kind, das sich zu viele Gedanken über alles gemacht hat. Damals konnte ich mir ein ganzes Schuljahr lang darüber Sorgen machen, ob die Lehrerin den Riss im Schulbuch entdecken und ob ich sehr viel Ärger bekommen würde. Auch heute vergeht kaum ein Abend, an dem mir nicht irgendetwas durch den Kopf geht. Mal analysiere ich gedanklich zig Mal ein Gespräch, um herauszufinden, ob ich etwas falsches gesagt habe, dann wieder sorge ich mich um meine Zukunft und an anderen Tagen frage ich mich, wie man die Welt noch retten könnte.

Dabei bin ich an den meisten Tagen glücklich – ich bin in einer erfüllten Beziehung, führe ein einigermaßen erfolgreiches Studium, habe zwar nicht allzu viele Freunde, aber dafür gute, und ein Hobby, das mir am Herzen liegt. Und trotzdem fühle ich mich meistens unzulänglich. Wenn man eine Geisteswissenschaft studiert, bekommt man ständig das Gefühl, mit dem Studium seine Zeit zu verschwenden – nicht zuletzt durch die berüchtigte Frage „Und was macht man dann damit?“ Am liebsten würde ich meinem Gegenüber ein bloßes „Ich weiß es nicht“ entgegenschmettern, doch stattdessen zeige ich unsicher auf, welche Berufschancen ich später haben werde, und versuche damit vor allem mich selbst zu überzeugen. Mittlerweile graut es mir schon so vor der späteren Berufswahl, dass ich mir manchmal wünsche, ich hätte einfach etwas Bodenständigeres studiert. Wenn ich im Internet versuche, herauszufinden, welcher Beruf zu mir passen würde, fühle ich mich mit leeren Worthülsen wie „administrative Aufgaben“ konfrontiert, die so ziemlich alles und nichts bedeuten könnten. Eigentlich sollten geisteswissenschaftliche Studienfächer wie Sozialwissenschaften doch heute wichtiger denn je sein, schließlich sind unsere größten Probleme gesellschaftliche: Wie soll man mit der alternden Gesellschaft umgehen? Wie gelingt Migration und Integration? Wie soll die Digitalisierung in die Gesellschaft eingebunden werden? Wie geht es mit der Beziehungen der Staaten auf der ganzen Welt weiter? Und wie kann eine ganze Weltbevölkerung zu einem Umdenken in Umweltfragen bewegt werden? Wir brauchen nicht noch mehr Menschen, die eine gute Buchhaltung oder eine SWOT-Analyse machen, am dringendsten bräuchten wir Menschen, die einen Blick für das große Ganze haben. Dennoch werde ich das Gefühl nicht los, in meinem Studium nicht die Werkzeuge in die Hand zu bekommen, die ich für die Lösung dieser Probleme bräuchte. Vielleicht gibt es diese Werkzeuge auch gar nicht. Als ich das Studium begonnen habe, hatte ich noch den noblen Gedanken im Kopf, später einen Beruf zu ergreifen, mit dem ich etwas in der Welt verändern könnte. Doch mittlerweile, nachdem die Angst größer wurde, später gar keinen Beruf zu finden, habe ich meine Ansprüche deutlich heruntergeschraubt. Mittlerweile geht es mir eher darum, mit dem Beruf mein eigenes Leben schöner zu gestalten als das anderer Menschen. Merkt man so, dass man erwachsen wird?

Meine Schwester studiert Kunstpädagogik, und als ich sie einmal fragte, ob sie keine Angst hat, später keinen Beruf zu finden, meinte sie nur: „Nö. Irgendetwas findet man immer.“ Ich wünschte, ich könnte mir etwas von ihrer Zuversicht abschneiden, aber stattdessen bin ich von Zweifeln zerfressen. Dann frage ich mich: Was ist schon das Schlimmste, das dir passieren kann? Wenn ich keine Arbeit finden würde, würde ich eben von Arbeitslosengeld leben, bis sich die Situation ändert. Das wäre hart, aber kein Weltuntergang. Und, wie meine Schwester sagt, irgendetwas findet man schließlich immer, sei es auch nur ein einfacher Aushilfsjob. Und dennoch – es ist nicht unbedingt die Aussicht, in einem schlecht bezahlten Job vor mich hinzuschuften, die mir Angst macht. Es ist die Aussicht, zu versagen. Vor allem heute, in einer Welt, in der man seinen Beruf idealerweise nicht mehr nur ausübt, um Geld zu verdienen, sondern um sich selbst zu verwirklichen. Mittlerweile lehrt man uns, das zu machen, was einem Spaß macht, und den „richtigen“ Beruf zu finden, nicht nur den, der das meiste Geld bringt. Das schafft Druck. Woher soll man wissen, was zu einem passt? Und was soll man tun, wenn einen vieles interessiert, aber nichts zu hundert Prozent? Was, wenn man sich in so viele Richtungen orientiert, dass man im Endeffekt nichts richtig kann? Und vor allem: Was, wenn ich durch meinen eingeschlagenen Weg nicht glücklich werde?